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Der Kofferraum des Tesla Model 3

Er ist der Hauptgrund, warum ich zuerst skeptisch war, ein Model 3 zu bestellen: Der Kofferraum. Genauer: die niedrige Kofferraum-Öffnung.

Auch in Testberichten wird die Kofferraumklappe oft als Haupt-Nachteil des Model 3 genannt (neben den Rücksitzen, doch dieses Problem hat Tesla inzwischen weitgehend behoben).

Ursache

Warum ist der Kofferraum so niedrig, warum die Öffnung so weit unten?

Tesla sagt, das Model 3 sei ja schließlich eine Limousine, und kein Schrägheck-Kombi. Doch das gilt auch für das Model S, und trotzdem das hat eine viel größere Kofferraum-Klappe.

Die wahre Ursache liegt vermutlich in der (eingebildeten oder eingeredeten) Reichweiten-Angst:

Wenn das Dach bereits weit vorne wieder beginnt abzusinken, sinkt der Luftwiderstand, und steigt daher die Reichweite. Aber dann wird es mit der Kopffreiheit für die Passagiere auf der Rückbank eng.

Also wurde einerseits die Rückbank ziemlich tief montiert, andererseits das Glasdach bis weit nach hinten fortgeführt, bis zur Hinterkante der Hutablage. Das schafft nicht nur gefühlt mehr Raum, das Glas ist auch etwas dünner, als ein Blechdach inclusive Dämmung/Polster und Dachhimmel wäre.

Damit gab es aber keine Möglichkeit mehr, bereits über der Vorderkante der Hutablage ein Scharnier ins Dach einzubauen, um alles dahinter als Heckklappe nutzen zu können.

Auswirkung

Tesla ist es allerdings gelungen, die negativen Auswirkungen zu reduzieren.

Erstens ist die Öffnung in Realität nicht so klein und so niedrig, wie es auf vielen Fotos erscheint. Ich habe im Dezember das in Stuttgart ausgestellte Model 3 besichtigt, und dabei zur Verblüffung des Tesla-Personals ein ein besonderes Augenmerk auf den Kofferraum und seine Öffnung gerichtet.

Weiterhin sorgt eine raffinierte Mechanik dafür, dass der Kofferraumdeckel sehr weit nach oben und vorne weg schwingt, und somit bei der Beladung komplett aus dem Weg ist.

Hohe Gegenstände transportieren

Außerdem besteht trotz nominell niedrigem Kofferraum (nach oben durch die Hutablage begrenzt) dennoch die Möglichkeit, auch ziemlich hohe Gegenstände stehend zu transportieren:

Dazu kann man entweder den großen zusätzlichen Stauraum unter dem Kofferraum nutzen, indem man einfach dessen Abdeckung abnimmt. Das öffnet ein erstaunlich tiefes Fach, das aufgrund des Fehlens eines Benzintanks möglich wurde.

Alternativ klappt sie Rückbank um, und stellt das Ladegut hinter die Vordersitze, denn hier kann man nach oben hin bis zum Dach laden.

Lange Gegenstände einladen

Man kann es zwar auf vielen Fotos kaum sehen (wegen der schwarzen Innen-Auskleidung), aber die Grundfläche des Kofferraumes des Model 3 ist erstaunlich groß. Insbesondere ist er mehr als einen Meter tief (schon ohne Umklappen der Rückbank).
Außerdem ist er an der schmalsten Stelle zwischen den Radhäusern auch fast einen Meter breit, und damit von der Fläche her sogar größer, als der Kofferraum meines jetzigen SUV.

Sehr praktisch ist die Tatsache, dass beim Umklappen der Rücksitze eine ebene Ladefläche entsteht. Damit dürften sich Fahrräder relativ leicht hineinschieben lassen.

Auch ist die Kofferraumklappe nicht senkrecht, sondern deutlich geneigt, sodass man beispielsweise einen zusammengeklappten Rollstuhl vermutlich zuerst einmal quer hinstellen, und dann unten nach vorne gleiten lassen kann.

Tipp

In beiden genannten Fällen dürfte ein doppelt gelegter Teppich sehr hilfreich sein, um das nach vorne schieben zu erleichtern.

Dies werden vermutlich die beiden ersten Dinge sein, die ich an meinem Auto ausprobieren werde, wenn ich es voraussichtlich Mitte März geliefert bekomme.

Ich plane, davon ein Video zu erstellen, und das hier zu verlinken.

Wenn Sie zur Besichtigung nach Teningen kommen, oder ein Fahrrad oder einen Rollstuhl mitbringen, kann ich es Ihnen auch gerne vorführen, oder Sie probieren es selbst aus.


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